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VLA - Verband liberaler Akademiker

-Seniorenverband liberaler Studenten e.V.

Gedanken- Anstöße

Freiburger Thesen zur Umweltpolitik

v.l.: Peter Menke-Glückert, Wanda Menke-Glückert, Wolf Dermann, Heike Moser, Corinna Groth
v.l.: Peter Menke-Glückert, Wanda Menke-Glückert, Wolf Dermann, Heike Moser, Corinna Groth
Zu Ehren des 80. Geburtstages unseres Altpräses Peter Menke-Glückert haben wir den Teil zur Umweltpolitik der Freiburger Thesen online gestellt. Dieser wurde von ihm gestaltet.

Hinweis: Dies ist nicht beschlossene Programmatik des VLA.

Freiheitsrevolution 89

Ein Aufsatz von Peter Menke-Glückert zur Revolution von 1989. Über Rückmeldungen freut sich das Präsidium des VLA als auch Peter Menke-Glückert. Dieser Aufsatz ist auch in den Liberalen Perspektiven erschienen.

Initiative freiheitsrevolution89

In Fortführung der Diskussion Convent Leipzig Pfingsten 2007 werden Anregungen, Vorschläge, Empfehlungen vieler VLA-Mitglieder noch einmal zusammenfassend referiert und zur Diskussion im Verband gestellt. Wie hervorragend praktiziert unter Alt-Präses Steffen Glöckler wird dabei vor allem Kontakt und Unterstützung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die FREIHEIT für vorgeschlagene VLA-Aktivitäten gesucht. Generalnenner sollte der Slogan- in Wortbesetzung und als Dauer-Symbol einer liberalen PR-Kernmarke sein: freiheitsrevolution89

Begründung

Der Mauerfall am 9.November 1989 –friedlich-abruptes Ende des „Kalten Krieges“ - war die erste erfolgreiche Freiheitsrevolution Deutschlands. Geniestreich der Geschichte. „Was sich der Lümmel Volk da wieder so ausgedacht“ (Heinrich Heine) . Die gesamte westdeutsche politische Klasse wurde auf falschem Fuß erwischt – Parteien, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft/Ost- und Deutschlandforschung, Medien, Gewerkschaften. Einfach alle. Mit solch plötzlichem Verschwinden gewohnter Denkmuster, Herrschaftsstrukturen, mit sang- und klanglosem „Staatsbegräbnis DDR“(Thomas Schmid) hatte niemand gerechnet.

1989 war niemand– trotz Gesamtdeutschem Ministerium, Kuratorium Unteilbarem Deutschland, vielerlei Planspielen „kleiner Schritte“ zur DDR-Systemannäherung und Domestizierung, DDR-Veränderung hin zu friedlichem Nebeneinander usw – auf kapitalistische Privatisierung einer geschlossen-totalen Staatswirtschaft vorbereitet. Premiere in der Industrialisierungs- und Kapitalismusgeschichte. Umgekehrter Kommunismus! Niemand hatte damit gerechnet, einmal Verantwortung in rechtlicher, wirtschaftlicher, sozialer Hinsicht für die in Sonntagsreden oft beschworenen „deutschen Brüder und Schwestern im Osten“ übernehmen zu müssen. Schubladen der westdeutschen Planungs-stäbe waren leer. Vision Wiedervereinigung – Einheit in Freiheit – mausetot 1989!

1919 und 1945 wurde Demokratie den Deutschen von Siegermächten aufgezwungen, aufgepropft, und zwar auf ein im Kern konservativ-obrigkeitlich-bürokratisches Gesell-schaftssystem. Nach dem französischen Hohen Kommissar Francois Poncet waren DDR und Bundesrepublik „Kinder der Besatzungsmächte.....in kontrollierter Freiheit..“(in einem Gespräch mit Adenauer 1950). freiheitsrevolution89 war deutsche Demokratie-Premiere. Zum allerersten Mal setzte sich Lümmel VOLK im Blaumann unblutig-friedlich mit seinen Freiheitsforderungen nachhaltig durch. Parole: „Wir sind das Volk..“Demokratie pur!

Friedliche Demonstrationen in der DDR – Parole „Keine Gewalt“ –von September bis November 1989 waren historische Schicksalstage. Zuerst mit dem Thema „Wir wollen raus“ in Leipzig, Dresden, Plauen, Erfurt, Jena, Halle, Schwerin und vielen anderen Städten. Schon bald aber auch mit dem Ruf „Wir bleiben hier...“- wir wollen eine ANDERE demokratisch-freiheitlichere DDR. Wir wollen über unser Schicksal selbst bestimmen.

1981 –anfänglich in Aufnahme der Proteste weltweiter Friedensbewegung gegen atomare Hochrüstung, Contra zur Stationierung Mittelstrecken-Raketen, Ausrufen protestantischer Friedens-Dekade wurde die Nikolaikirche Leipzig immer mehr mit Übernahme Forderungen Charta 77/KSZE/Helsinki-Prozess Symbol für gewaltlosen Widerstand gegen SED-Diktatur.
Zum ersten Mal mit Pfarrer Führer in der Nikolaikirche Leipzig am 4.September 1982 nach Friedensgebet immer Montags, bald auch in Halle, Wittenberg, Dresden und anderen DDR-Städten. Es protestierten Hunderte von protestantisch-kirchlichen Basisgruppen wie „Schwerter zu Pflugscharen“, Helsinki-Initiativen Frieden und Menschenrechte, Friedens- und Umweltbibliotheken usw..

Am 9.Oktober 1989 – unter den Augen der Weltpresse mit vielen TV-Teams – protestierten mehr als 70 000 Leipziger nach Montagsgebet über den Leipziger Ring. Dies war Kernereignis der freiheitsrevolution89: Leipzig „Heldenstadt“ der Freiheit..

Am 9.September 1989 wurden NEUES FORUM, am 12.September DEMOKRATIE JETZT und am 3.Oktober DEMOKRATISCHER AUFBRUCH als Vorstufen neuer politischer Parteien gegründet. Bereits im Frühjahr 1989 entstand in Dresden – mit Unterstützung des FDP-Landesverbandes Hamburg die FDP-Ost, mit getragen von Dr.Günter Kröber, späterem Fraktionsvorsitzenden der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag 1990 –1994, ferner von Ärzten, Juristen, Künstlern, Wissenschaftlern, Ost-CDU und Ost-LPD-Mitgliedern. Am 7.Oktober – 40.Jahrestag DDR-Konstituierung – wurde im Ostberliner Pfarrhaus Schwante die SPD in der DDR gegründet.

Die Opposition zur SED-Diktatur hatte sich breit und bunt formiert. Mit vielen Montags-Demonstrationen und Montags-Friedengebeten in vielen protestantischen Kirchen der DDR. Am 2.Oktober waren es viele Tausend in Dresden, Jena, Leipzig und vielen anderen Städten.

Demokratie- und Perestroijka-Befürworter Gorbachow mahnte die DDR-Staatsführung 7.Oktober 1989 „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Der Oberbefehlshaber der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte gibt den Befehl auf keinen Fall in Leipzig einzugreifen. STASI plant zusammen mit Gorbachow-Gegnern unter sowjetischer Generalität Gorbachov auf DDR-Boden zu verhaften und zu stürzen. Bewaffnete DDR-Streitkäfte waren in Alarmzustand. Konzentrationslager für Regimegegner waren vorbereitet.

Von einem übernervösen in Panik fallenden SED-Politbüro wurde Honecker gestürzt, Egon Krenz sein Nachfolger. Am 9.November abends trat eine DDR-Übergangsregelung in Kraft, wonach ab sofort „Ausreise aus der DDR ins Ausland ohne Vorlage besonderer Personalpapiere gestattet...“

Am 9.November 1989 19.30 war die Mauer gefallen. Hunderttausende Ostberliner kletterten über die Mauer, durchbrachen Absperrungen, machten jede Art von kontrolliertem Grenzübergang an Übergangsstellen unmöglich. Im Bundestag Bonn sangen alle Abgeordneten die dritte Strophe des Deutschlandliedes „Einigkeit und Recht und Freiheit.“ Die Wiedervereinigung dessen, was zusammengehört( Willy Brandt) war nicht mehr aufzuhalten. Formell vollzogen 3.Oktober 1990 als bürokratisch-juristischer Vorgang.

Der Tag der Freiheitsrevolution – bleibt für immer der 9.November als positiv-historischer Schicksalstag. Als optimistisches Mutmachersignal für alle politische Zukunft Deutschlands im 21,Jahrhundert. Als demokratisches und friedenspolitisches Reifzeugnis des deutschen Volkes. Als die auch für alle Juden und Israel beruhigende, positiv-weltbeschenkende Tatsache, dass es mit deutschen bramabassierenden antiwestlichen, antidemokratischen totalitären Sonderwegen – aus rechten und linken Quellen sich speisend – für immer vorbei.

Nicht mehr ist der 9,November Revolutionstag 1918, Trauertag, Tag deutscher Scham mit Selbstanklage-Zeremoniell. Eine Art schamanischer Selbstreinigung aller 68er-Nostalgiker für alle Ewigkeit. Missachtung breiter Mehrheitsmeinung der Herzensdemokraten, die mit Bert Brecht ihr Vaterland lieben wie andre Völker das Ihre. Beleg Fussball-Weltfestival zu Gast bei Freunden 2006. Fröhliche Deutschkultur, weltoffen-tolerant. Nur noch Geschichte die im Ritual der Dauerjammeritis angeblich für immer verpfuschter, verpatzter Historie stets wiederholter Trauer-Daten: Am 9.November rief 1918 Philipp Scheidemann die Weimarer Republik aus. Hitler putschte am gleichen Tag 1923 in München. 1938 brannten an diesem Tag in der Reichsprogrom-Nacht Synagogen.

Wäre es nicht an der Zeit am 9.November einen Freiheits-Revolutions-Gedenktag in Erinnerung an die Freiheitsrevolution89 zu veranstalten – anstatt 3.Oktober einem Staats-bürokratie-Tag der Einheit?. Mit Stolz auf selbst erkämpfte Freiheit, wieder erlangte gesamtdeutsche Souveränität, Anerkennung für tapfere DDR-Bürger? Dankbarkeit, dass alle Deutschen jetzt die Chance zu verantworteter Freiheit, Übernahme Mitgestaltung Zukunft deutscher Demokratie, Weltgesellschaft in Frieden und Sicherheit?.

Mit einem Berliner Denkmal des in die Freiheit springenden Bürgers ! Mahn- und Gedenktag, Freudentag deutscher freiheitlicher Demokratie !

KAMPAGNENVORSCHLAG

Zur Diskussion wird im VLA und allen seinen Freunden in der liberalen Grossfamilie folgender Vorschlag gestellt zur Umsetzung, Realisierung der zeithistorischen Kernmarke des Demokratiesymbols freiheitsrevolution89

Der VLA und viele VLA-Zuchthäuslern und Widerständlern in DDR-Zeit regt an und bittet, dass Naumann-Stiftung für die FREIHEIT die Initiative übernimmt für eine überparteiliche Empfehlung/ Memorandum in Berlin in Erinnerung an den Mauerfall 9.November 1989 folgende Massnahmen seitens Bundestag und Bundesrat einzuleiten.

Im einzelnen:
- ein Mahnmal nach Architektenwettbewerb in Berlin zu schaffen mit Idee des in die Freiheit springenden, die Mauer überwindenden Bürgers und Inschrift „Zum Gedenken an den DDR-Mauerfall am 9.November 1989“
- von 2009 an jedes Jahr der freiheitsrevolution89 in einer Grossveranstaltung zu gedenken getragen von allen demokratischen deutschen Stiftungen – mit Geschäfts-führung FN-Stiftung für die Freiheit-
- in einer bundesweiten Volksabstimmung darüber abzustimmen, statt 3.Oktober den 9.November als Tag der Wiedervereinigung in Erinnerung an den Berliner Mauerfall als Volksfest zu feiern. Dabei sollte 17.Juni 1953 und Anti-STASI-Widerstandes eben-falls gedacht werden.
- Richard Schröder/SPD/letzter Volkskammerpräsident, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Hans-Dietrich Genscher, Walter Scheel. Lambsdorff, Wolf Biermann und weitere Persönlichkeiten für einen Aufruf Memorandum freiheitsrevolution89 zu gewinnen


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Einsatz für Freiheit und Demokratie


Die Geschichte liberaler studentischer Organisationen
Volker Erhard, Ulrich Josten, Peter Juling, Wolfgang Möhring (Herausgeber); Verlag Dr. Bussert & Stadeler
Gerade jetzt, in einer Krise des Liberalismus in Deutschland, sind die Artikel erneut aktuell und können Anregungen geben, einen Weg aus dem Tief zu finden.
16 Autoren, 181 Seiten, 2001
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